Schmerzmedikamente

Medikamentöse Behandlung

(Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit!)

Die medikamentöse Therapie von Schmerzen soll die nichtmedikamentösen Maßnahmen unterstützen.

Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR, z.B. Ibuprofen und Diclofenac) sollten möglichst nur für kurze Zeit und nach ärztlicher Abklärung eingenommen werden. Es ist mit relevanten Wechsel- und Nebenwirkungen zu rechnen. Eine Dauerbehandlung ist von daher nur selten zu empfehlen.

Einfache Schmerzmittel (z.B. Paracetamol, Novalminsulfon) haben meist weniger Nebenwirkungen und helfen auch oft, sie haben aber keine entzündungshemmende Wirkung.

Starke Schmerzmittel, also schwache oder starke Opioide sind manchmal bei sehr starken Schmerzen nötig, aber eine Gewöhnung und Abhängigkeit muss vermieden werden. Wenn möglich, nur vorübergehend einnehmen. Retard-Präparate, welche den Wirkstoff verzögert über einen längeren Zeitraum abgeben, sind zu bevorzugen.

Opioide sind bei keinem chronischen nicht-tumorbedingten Schmerzsyndrom die Mittel der Wahl. Opioidhaltige Schmerzmittel können eingesetzt werden, wenn die nicht-medikamentösen Therapien nicht ausreichend wirksam

Muskelrelaxantien (Muskelentspannungs-Medikamente) sollten  in der Regel nur bei einer akuten Symptomatik vorübergehend verwendet werden.

Bei neuropathischen Schmerzen:

Die medikamentöse Therapie neuropathischer oder bereits chronischer Schmerzen ist manchmal schwierig.   Das richtige, wirksame Medikament oder die beste Kombination sowie die richtige Dosierung muss bei jedem einzelnen Patienten durch Erprobung gefunden werden.

  • Antikonvulsiva (ursprünglich Arzneimittel, die zur Behandlung von epileptischen  Anfällen eingesetzt werden),
  • verschiedene Antidepressiva (diese haben eine Wirkung auf die Schmerzrezeptoren und die Schmerzzentren völlig unabhängig davon, ob eine Depression vorliegt.
  • Lang wirksame Opioide (möglichst nur vorübergehend, wenn es anders gar nicht geht)

Realistisches Ziel dieser medikamentösen Therapie  ist oft eine Schmerzreduktion und nicht die völlige Beseitigung.

 

Aufgrund der geringeren Nebenwirkungen sollten zunächst einfache Schmerzmittel (z.B. Paracetamol), bei unzureichender Wirkung so genannte nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAR), eingesetzt werden.

Nur bei mit dieser Medikation nicht zu beherrschenden Schmerzzuständen, kann eine kurzfristige Gabe von starken Opioid-Analgetika gerechtfertigt sein. (Ausnahme Tumorschmerzen, dann auch Dauertherapie)

Einfache Schmerzmittel (Analgetika)

 

Paracetamol
Paracetamol besitzt schmerzlindernde, jedoch keine entzündungshemmenden Eigenschaften. Es zeichnet sich aber durch eine im Vergleich zu NSAR geringere Rate an unerwünschten Wirkungen aus.

Dosierung: bis maximal 6.000 mg, meist 3 x 500 bis 3 x 1000 mg.

Wichtige unerwünschte Wirkungen:
Allergische Reaktionen, Blutbildstörungen, Asthmatische Reaktion, Leberentzündung bis zur Nekrose (Absterben) (bei Dosen > 8-10 g/Tag)

Entzündungshemmende Schmerzmittel (Nichtsteroidale Antirheumatika/Antiphlogistika „NSAR“)
Grundsätzlich Einnahme vor einer Mahlzeit

Nichtsteroidale Antirheumatika verfügen über ein erhebliches Nebenwirkungspotential.

Zu beachten ist das häufigere Auftreten von Nebenwirkungen im Bereich des Magen-Darms, insbesondere im höheren Lebensalter. Untersuchungen konnten zeigen, dass bei über 65-Jährigen 20–30 % aller Krankenhausaufnahmen und Todesfälle durch Magen/Dünndarmgeschwüre auf eine Behandlung mit NSAR zurückgeführt werden konnten.

Bei Patienten mit der Notwendigkeit einer NSAR-Behandlung, aber einem hohen Risiko zu Magen-Darm Komplikationen, kann die vorbeugende Gabe des Protonenpumpenhemmers (Säurehemmer) Omeprazol (20 mg/am Tag) erwogen werden. Hierbei ist aber zu beachten, dass hierdurch gehäuft eine Osteoporose ausgelöst werden kann.

Weitere Risiken:
Allergische Reaktionen mit Hautausschlägen, Asthma oder Schock; gesteigerte Lichtempfindlichkeit der Haut, Blutbildveränderungen, Gerinnungsstörungen; Lebererkrankung mit Gallenstau; Nierenversagen; Schwindel, Ödeme (Wassereinlagerung), Blutdruckanstieg, erhöhte Rate von Herzerkrankungen

Beispiele:
Acetylsalicylsäure bis 3.000 mg
Diclofenac 100–150 mg
Ibuprofen: maximal 2.400 mg, meist 3 x 600 mg
Naproxen 500–1.250 mg

 

Opioid-Analgetika  ( starke Schmerzmittel)
Opiod-Analgetika sollten möglichst nur vorrübergehend eingenommen werden, weil bei Dauergebrauch die Gefahr der Abhängigkeit und einer abnehmenden Wirksamkeit besteht.

Beispiele:
Tramadol (300–600 mg)
Tilidin + Naloxon (300–600 mg bezogen auf Tilidin)

Wichtige unerwünschte Wirkungen: Übelkeit, Erbrechen, Benommenheit, Schwindel, Verstopfung (Obstipation), Mundtrockenheit, Abhängigkeitsentwicklung, Achtung: Einschränkung der Fahrtüchtigkeit bei Neueinstellung

Pflaster gegen Nervenschmerzen
mit lokalem Betäubungsmittel  Lidocain 5 % („Versatis“)
Wirkung nach 30 min., 12 Stunden tragen,
dann 12 Stunden Pause, bis zu 3 Pflaster gleichzeitig