Schmerzmedikamente

Ausgewählte Beispiele

(Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit!)

 

Die medikamentöse Therapie von Schmerzen soll die nichtmedikamentösen Maßnahmen unterstützen.

Allgemein

Aufgrund der geringeren Nebenwirkungen sollten zunächst einfache Schmerzmittel (z.B. Paracetamol),
bei unzureichender Wirkung so genannte nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAR), eingesetzt werden.

Nur bei mit dieser Medikation nicht zu beherrschenden Schmerzzuständen, kann eine kurzfristige Gabe von starken Opioid-Analgetika gerechtfertigt sein. (Ausnahme Tumorschmerzen, dann auch Dauertherapie)

Einfache Schmerzmittel (Analgetika)

 

Paracetamol
Paracetamol besitzt schmerzlindernde, jedoch keine entzündungshemmenden Eigenschaften. Es zeichnet sich aber durch eine im Vergleich zu NSAR geringere Rate an unerwünschten Wirkungen aus.

Dosierung: bis maximal 6.000 mg, meist 3 x 500 bis 3 x 1000 mg.

Wichtige unerwünschte Wirkungen:
Allergische Reaktionen, Blutbildstörungen, Asthmatische Reaktion, Leberentzündung bis zur Nekrose (Absterben) (bei Dosen > 8-10 g/Tag)

Entzündungshemmende Schmerzmittel (Nichtsteroidale Antirheumatika/Antiphlogistika „NSAR“)

Grundsätzlich Einnahme vor einer Mahlzeit

Beispiele:
Acetylsalicylsäure bis 3.000 mg
Diclofenac 100–150 mg
Ibuprofen: maximal 2.400 mg, meist 3 x 600 mg
Naproxen 500–1.250 mg

Nichtsteroidale Antirheumatika verfügen über ein erhebliches Nebenwirkungspotential.

Zu beachten ist das häufigere Auftreten von Nebenwirkungen im Bereich des Magen-Darms, insbesondere im höheren Lebensalter. Untersuchungen konnten zeigen, dass bei über 65-Jährigen 20–30 % aller Krankenhausaufnahmen und Todesfälle durch Magen/Dünndarmgeschwüre auf eine Behandlung mit NSAR zurückgeführt werden konnten.

Bei Patienten mit der Notwendigkeit einer NSAR-Behandlung, aber einem hohen Risiko zu Magen-Darm Komplikationen, kann die vorbeugende Gabe des Protonenpumpenhemmers (Säurehemmer) Omeprazol (20 mg/am Tag) erwogen werden. Hierbei ist aber zu beachten, dass hierdurch gehäuft eine Osteoporose ausgelöst werden kann.

Weitere Risiken:
Allergische Reaktionen mit Hautausschlägen, Asthma oder Schock; gesteigerte Lichtempfindlichkeit der Haut, Blutbildveränderungen, Gerinnungsstörungen; Lebererkrankung mit Gallenstau; Nierenversagen; Schwindel, Ödeme (Wassereinlagerung), Blutdruckanstieg, erhöhte Rate von Herzerkrankungen

Opioid-Analgetika  ( starke Schmerzmittel)
Opiod-Analgetika sollten möglichst nur vorrübergehend eingenommen werden, weil bei Dauergebrauch die Gefahr der Abhängigkeit und einer abnehmenden Wirksamkeit besteht.

Beispiele:
Tramadol (300–600 mg)
Tilidin + Naloxon (300–600 mg bezogen auf Tilidin)

Wichtige unerwünschte Wirkungen: Übelkeit, Erbrechen, Benommenheit, Schwindel, Verstopfung (Obstipation), Mundtrockenheit, Abhängigkeitsentwicklung, Achtung: Einschränkung der Fahrtüchtigkeit bei Neueinstellung

Pflaster gegen Nervenschmerzen
mit lokalem Betäubungsmittel  Lidocain 5 % („Versatis“)
Wirkung nach 30 min., 12 Stunden tragen, dann 12 Stunden Pause, bis zu 3 Pflaster gleichzeitig