Wird zu oft an der Wirbelsäule operiert ?

Deutschland ist neben den USA weltweit Spitzenreiter bei Wirbelsäulen-Operationen.

Die Zahl der operativen Eingriffe an der Wirbelsaule hat sich seit 2007 sogar um 71 Prozent erhöht.
Die deutlichste Zunahme seit 2007  verzeichnen Hessen (+47 %) und das Saarland   (+45 %).

Zu den häufigsten Eingriffen an der Wirbelsäule zählen lumbale Bandscheiben-und Dekompressions-Operationen.

Bei einem relativ großen Anteil von Patienten sind die postoperativen funktionellen und klinischen Ergebnisse unbefriedigend.


Die Erfolgsquote 1 bis 2 Jahre nach einer lumbalen Bandscheiben-Operation beträgt zwischen 78 und 95 Prozent und 6–8 Wochen postoperativ zwischen 46 und 75 Prozent.
Es besteht eine relativ hohe Rate unzufriedener Patienten.

Dies kann mit der Indikation zur Operation, der Operationstechnik, aber auch  der postoperativen Behandlung zusammenhängen.

Ähnlich ist es bei lumbalen Dekompressions-Operationen wegen einer Spinalkanalstenose.
Bei diesen, insbesondere bei älteren Patienten recht häufigen Eingriffen liegen die funktionelle Besserung zwischen 58 und 69 und die
Patienten-Zufriedenheit zwischen 15 und 81 Prozent.

Studien zufolge wiesen 15–40 Prozent der Patienten nach einer lumbalen Fusion keine signifikante Verbesserung ihrer Beschwerden auf.

Werden zu oft MRT-Bilder operiert?

Ein bekanntes Grundproblem ist die mangelnde Korrelation zwischen radiologischem und klinischem Befund.
So haben etwa 90 Prozent der über 50-Jährigen im MRT Zeichen von Degeneration an der Bandscheibe, was nicht immer zu einer Symptomatik führen muss.
Von über 60-jährigen Patienten haben radiologisch etwa jeder fünfte Patient eine lumbale Spinalkanalstenose.

Es muss darauf geachtet werden, dass es drei Arten von Patienten gibt:

  • Patienten, die man operieren muss
  • Patienten, die man operieren kann
  • und Patienten, die man besser nicht operiert.

Ärgerlich ist, dass dies oft erst nach der Operation erkannt wird.