Fibromyalgie

Die Fibromyalgie ist eine chronische Erkrankung, die mit Schmerzen an Muskel- und Sehnenansätzen einhergeht. Zusätzlich treten zahlreiche funktionale und psychische Störungen auf.

Die Ursache der Entstehung des Fibromyalgie-Syndroms ist teilweise noch unklar.

Kennzeichnend sind Schmerzen an vielen verschiedenen Orten und insbesondere an typischen Punkten zumeist an bestimmten Sehnenansätzen.

Bei der Fibromyalgie sind die Laborwerte völlig unauffällig. Eine rheumatische Erkrankung, Infektionskrankheit, Hormonstörungen und Arzneimittelnebenwirkungen müssen ausgeschlossen werden.

Ursache

In der Regel geht man heute davon aus, dass es sich um eine zentral nervös vermittelte Störung im schmerzverarbeitenden System handelt. Häufig ist sie mit einer Depression vergesellschaftet. Es besteht eine erhöhte Empfindlichkeit für psychosozial vermittelten Stress („Alles geht gleich nach innen”). Das Stress- und das Schmerzsystem sind sehr eng miteinander verbunden. Der Schmerz wird in der Regel durch Regulationsänderungen im Gehirn hervorgerufen, die dazu führen, dass das Schmerzsystem viel sensibler auf äußere und innere Reize reagiert.

Symptome

Die Hauptsymptome sind der ausgeprägte Schmerz, der vor allem durch körperliche Belastung zunimmt, die körperliche und geistige Erschöpfung und verschiedene vegetative Symptome. Häufig kommt es zu Schlaf- und Durchschlafstörungen, Leistungsabfall, Konzentrationseinbuße, vermehrte Erschöpfbarkeit, Kopfschmerzen und zu einem Reizdarmsyndrom.

Therapie

Eine vollständige Heilung ist oft nicht möglich. Es können die Symptome jedoch häufig deutlich gelindert werden.

Medikamente:

Die üblichen Schmerzmittel und Entzündungshemmer sind leider bei der Fibromyalgie wirkungslos.

Häufig wirksam sind:

Pregabalin (Lyrica®) Es handelt sich um ein Mittel ursprünglich gegen Krampfanfälle und gegen Nervenschmerzen
Antidepressiva (Beispiele)

  • Amitryptilin: Teilweise kommt es zu Mundtrockenheit und vermehrter Müdigkeit. Es empfiehlt sich daher eine abendliche Gabe und eine Dosisanpassung. Selten sind Blasenentleerungsstörungen sowie auch Störungen am Herz.
  • Duloxetin (z. B. Cymbalta®): Es wirkt auf die begleitende Depression und auf den Schmerz besonders günstig. Die Nebenwirkungen sind vergleichbar mit denen von Amitryptilin

Physiotherapie:

Wissenschaftlich belegt ist der Erfolg eines krankengymnastischen Übungsprogramms. Dieses wirkt auf die verschiedenen körperlichen Symptome sowie auch auf die Depressivität.

Medizinische Trainingstherapie:

Die medizinische Trainingstherapie erzeugt bei Fibromyalgie-Patienten oft eine Schmerzverstärkung, weil in der Regel das Training mit viel zu viel Kraftaufwand erfolgt. Aus diesem Grund darf eine solche Therapie nur sehr vorsichtig dosiert eingesetzt werden. Die Schmerzgrenze sollte beachtet werden.

Ausdauertraining ist günstig (z. B. Nordic Walking).

Massagen:
Eine klassische Massage wird in der Regel nicht gut toleriert und ist oft schmerzverstärkend.

Manuelle Lymphdrainagen dagegen wirken oft schmerzlindernd.

Tai-Chi und Quigong: Die hierbei durchgeführte Kombination von Stabilisations,- Dehnungs,- und Konzentrationsübungen wirken sich bei der Fibromyalgie häufig besonders günstig aus.

Psychotherapie:

Eine psychotherapeutische Beratung und Behandlung sollte bei chronischen Schmerzen rechtzeitig erfolgen. Wirksam sind Strategien wie Körperselbsterfahrung, progressive Muskelentspannung, Erlernen von Schmerzbewältigungstechniken. Durch Verbesserung des Interaktions- und Konfliktverhaltens und durch Bearbeitung von eventuell vorhandenen inneren Konflikten kommt es häufig zu einer Linderung der Schmerzsymptomatik.

 

Weitere Informationen

 

Link zu Patientenversion der Leitlinie  Fibromyalgiesyndrom AWMF-Register „Definition, Ursachen, Diagnostik und Therapie des Fibromyalgie-syndroms“
Patientenleitlinie Fibromyalgie